Technostress und Einsamkeit - Stressfaktoren der digitalen Gegenwart

Erstellt von VIP TrainingDay | |   BLOG_Beitrag

Mit der zunehmenden Digitalisierung im Berufs- und Privatleben und den kontaktbeschränkenden Entwicklungen in den letzten beiden Jahren werden persönliche Gespräche mit Kolleg:innen, dem Freundeskreis, sogar mit Familienangehörigen mehr und mehr vernachlässigt. Wo doch das fundamentalste Bedürfnis des Menschen eigentlich der Austausch, die analoge (!) Kommunikation mit anderen Menschen ist. In Großbritannien wurde bereits in 2018 eine Ministerin gegen Einsamkeit ernannt.

Während wir uns der Digitalisierung und ihren Bequemlichkeiten hingeben, merken wir gar nicht, wie wir „unsere Seele dem Teufel verkaufen“. Ist es nicht fragwürdig, das trotz digitaler Unterstützung und der damit vermeintlich einhergehenden Zeitersparnis dennoch Stressempfinden und chronische Zeitnot zunehmen?

 

Überladen von der Dauerberieselung aus digitalen Medien ziehen sich immer mehr Menschen zurück. Fähigkeiten soziale Kontakte zu pflegen oder gar zu knüpfen gehen verloren. Teenies können sich heutzutage kaum noch vorstellen, wie die Generation vor ihnen es geschafft hat ohne Smartphone und Internet neue Freunde kennenzulernen!

In Großbritannien wurde 2018 eine Ministerin gegen Einsamkeit ernannt, weil mehr als neun der insgesamt 66 Millionen Briten angaben, dass sie sich immer häufiger einsam fühlen.
Die Folge davon könne u.a. gesundheitliche Risiken wie Fettleibigkeit, Alzheimer, Bluthochdruck oder Depressionen nach sich ziehen. In Deutschland war die Lage bereits in 2018 vergleichbar.

 

Im Job sollten wir uns bewusst dazu entscheiden, statt "nur" eine E-Mail zu schreiben, vielleicht doch Skype & Co. mit Videobild als Kommunikationskanal wählen oder bei Präsenztätigkeit im Unternehmen das eigene Büro mal wieder verlassen und den Kollegen / die Kollegin in ihrem Büro aufsuchen, um ein persönliches Gespräch zu führen.


Auch privat kommunizieren wir zunehmend digital via SMS oder WhatsApp mit Freunden, anstatt uns wenigstens im Videocall auf einen Kaffee zu treffen oder bei einem Spaziergang in der freien Natur via Zoom & Co. mit Videobild auszutauschen. Selbstverständlich ist ein Treffen mit unseren Liebsten stets in live und in Farbe vorzuziehen ;-)


Eine weitere Stressfalle:

Eine klare Trennung zwischen Beruf- und Privatleben ist mit der ständigen Erreichbarkeit und den zusätzlichen Kommunikationskanälen wie Instagram, Facebook oder LinkedIn kaum noch gegeben. Wie schnell wird am Wochenende noch eine Info für ein anstehendes Meeting im Büro gesimst. Um dies dauerhaft zu vermeiden, gilt es klare Regeln aufzustellen, Ausnahme- bzw. Notfälle sollten definiert werden und alles was warten kann, darf dann auch warten - bis die Arbeitswoche wieder startet.

 

Ein übrigens großer und meist unterschätzter Stressfaktor am Arbeitsplatz:

Dauernde Unterbrechungen am Arbeitsplatz kosten Zeit und Energie, da die Konzentration auf eine Sache kaum noch gegeben ist. Der „Flow“*) im Job kann gar nicht erst entstehen, Stressempfinden und Burnout-Gefahr nehmen im Gegenzug zu.

Tipp: Während einer Arbeitsaufgabe keine E-Mails checken, Telefon und Smartphone lautlos stellen und bei Präsenz im Unternehmen ein "Bitte nicht stören"-Schild an die Türe hängen.

*) „Das völlige Aufgehen in der momentanen Tätigkeit“, „das Verweilen in einem Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühl“, Flow-Theorie nach Mihály Csikszentmihály

 

Wie können wir mit dem zunehmenden Techno-Stress umgehen und zugleich auf unsere Gesundheit, Vitalität und Leistungsfähigkeit achten?

Selbstdisziplin und Sensibilisierung im Umgang mit der Digitalisierung sowie eine gesunde Balance zwischen Rückzug und sozialer Kontakte sind wichtige Bausteine um den Stressoren der digitalen Gegenwart, Technostress und Einsamkeit, gesund entgegenzuwirken.

 

Quellen:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-01/soziale-isolation-ministerium-fuer-einsamkeit-karl-lauterbach

https://www.uni-bamberg.de/news/artikel/technostress/

 

Quelle: pixabay/prettysleepy